Geschichte

Aus dem Schriftbuch des 1. Schriftführers:

„Im Herbst 1958 fanden sich mehrere junge Leute, angeregt durch Herrn Gotthard Schmitt, zusammen um sich musikalisch zu betätigen und eventuell später eine Musikkapelle zu gründen. Am 19. Dezember 1958 bestellten wir die Instrumente, jeder auf eigene Rechnung, bei einem Heidelberger Musikhaus. Diese bekamen wir dann am 20. Januar 1959 ausgehändigt.

Die 1. Musikprobe hielten wir am 16. Februar 1959. Herr Otmar Föhner, der Kapellmeister der Turnerkapelle Spechbach unterwies uns in den Anfangsbegriffen der Musik. Vorerst probten wir in folgender Besetzung:

  • 2 Flügelhörner I in B Josef Groß / H. Kahl
  • 1 Flügelhorn II in B Alfred Batsch
  • 1 Trompete I in B Hugo Stahl
  • 1 Klarinette I in Es Siegfried Grimm
  • 1 Tenorhorn I in B Ernst Karolus
  • 1 Tenorhorn II in B Edgar Hemmer
  • Schlagzeug Gotthard Schmitt, H. Lindheimer
  • 1 Horn I in Es Erwin Staudt
  • 1 Bariton Edgar Nagel
  • 1 Bass Leo Wirth

Edgar Hemmer wurde einige Wochen später zur Bundeswehr eingezogen. An seiner Stelle kam Kurt Schwerdt. Einen Baß in Es bekamen wir etwas später, vom Musikverein Plankstadt, durch Vermittlung von Walter Knörzer, geliehen. Diesen übernahm Leo Wirth.

Die Proben hielten wir Montags um 18.30 Uhr im Saal des Gasthauses „zum goldenen Löwen“ ab. Wir mussten natürlich von ganz vorne anfangen, da keiner vorher ein Blasinstrument gespielt hatte. Später spielten wir dann schon einige Volkslieder. Wir beschlossen an Fronleichnam bei der Prozession zu spielen und somit das 1. Mal öffentlich aufzutreten. Von nun an wurde fast nur noch die dafür in Frage kommenden Lieder geübt. Einige Male ingen wir auch in den Wald, um das Blasen beim marschieren zu lernen. Am Abend vorher fuhren wir auch nach Spechbach, um mit den dortigen Musikern zusammen zu üben. An Frohnleichnam versammelten wir uns, mit einigen Spechbacher Kollegen die bei uns mitspielten, im „goldenen Löwen“. Von hier aus reihten wir uns in den Zug ein.

Wir waren alle gleich gekleidet: dunkle Hose, weisses Hemd und schwarze Krawatte. Es wurden fünf Lieder gespielt. Jeweils zwei oder mehrere Strophen. Alles klappte vorzüglich und wir freuten uns sehr über unseren gelungenen, ersten öffentlichen Auftritt. Nach Fronleichnam beschlossen wir einen Musikverein zu gründen. Wir schrieben verschiedene Bürger unserer Gemeinde an. Auch ließen wir es öffentlich bekanntgeben. “

Die Gründung des MV Wiesenbach 1959

„Am 3. Juni 1959, fand abends im Saal des Gasthauses „zum goldenen Löwen“ die Gründungsversammlung des Musikvereins statt. Es waren nicht allzuviele, die gekomen waren, um der Geburtsstunde unseres Vereines beizuwohnen. Aber die, die kamen, zeigten großes Interesse und niemand war in der Versammlung, der sich nicht als Mitglied eintragen lies. Josef Groß begruesste im Namen der aktiven Spieler. Er verlas die vorläufigen Satzungen. Dann wurde eine Wahlkommission gebildet, die sich aus den Mitgliedern K.H. Ruff, Walter Knörzer und Ernst Halter zusammensetzte und welche die Versammlung bis zur Wahl eines ordentlichen Vorstandes leitete.

In geheimer Abstimmung wurde Karl Karolus zum 1. Vorstand und Eugen Heß zum 2. Vorstand gewählt. Per Aklamation wurde Kerl Berberich zum Kassier und Herbert Kahl zum Schriftführer gewählt. Beisitzer wurde von aktiver Seite Gotthard Schmitt und von passiver Seite Karl-Heinz Ruff. Alle Vorstandsmitglieder nahmen ihr Amt an. Als Notenwart wurde Erhard Nagel und als Beitragskassier Alfred Batsch bestimmt.

Nach einer Rede unseres 1. Vorstandes, in welcher er sich für das Vertrauen, dass wir durch seine Wahl in ihn gesetzt haben, bedankte , wurde das Thema „Allgemeines“ angeschnitten. Die Versammlung wurde über das bisher Geleistete und über die von uns vorgenommenen Ziele aufgeklärt. Nach verschiedenen anderen Punkten die erörtert wurden und nach einer Ansprache des Beisitzers K.H. Ruff löste unser 1. Vorstand die Versammlung auf. Herr Peter Barth stiftete zum Schluss dem Verein noch eine Trompete.“

Auszug aus einem Ortsbuch:

„Der Musikverein wurde im Jahr 1959 gegründet und ist Mitglied des Deutschen Volksmusikerverbundes. Er pflegt vor allem die Volksmusik mit Blasinstrumenten. Im Laufe des Jahres tritt er zu verschiedenen Anlässen auf, bei kommunalen und kirchlichen Festen, beim Sommertags, – und beim Martinsumzug, er veranstaltet Konzerte und pflegt die Geselligkeit. Sein Repertoire reicht von der klassischen bis zu Volksmusik. Jugendliche werden in einer Jugendkapelle aufgenommen und ausgebildet. Der Musikverein probt wöchentlich“ April 1992

Ein weiterer Auszug aus einem Ortsbuch:

„Der Musikverein wurde am 3. Juni 1959 gegründet. (…) Man traf sich wöchentlich, kaufte aus eigenen Mitteln Instrumente und spendierte jedes mal 50 Pfennig, um auf diese Weise einen kleinen finanziellen Grundstock für eine Vereinsgründung zusammenzubringen. Die Herren Gotthardt Schmitt und Ottmar Föhner leiteten die eifrige Schar der überwiegend jungen Musiker. Das Gasthaus „zum Löwen“ war allwöchentlicher Treffpunkt.

(…) Hinter dem Dirigenten Ottmar Föhner sind 13 aktive Musiker als Gründer des Vereins anzusehen: Alfred Batsch, Siegfried Grimm, Josef Groß, Herbert Kahl, Ernst Karolus, Richard Kreß, Heinrich Lindheimer, Erhard Nagel, Gotthardt Schmitt, Kurt Schwerdt, Erwin Staudt, Hugo Stoll und Leo Wirth. (Dazu kamen 22 passive Gründungsmitglieder.) Karl Karolus übernahm damals die Aufgabe des ersten Vorsitzenden (…). Später wurde Ernst Halter erster Vorstand (…) und die Dirigenten waren die Herren Albert Welz (Mauer), Georg Wacker (Peterstal), Gerhard Tröster (Ziegelhausen) und Karl Herbig (Ziegelhausen). Als der Musikverein am 7. und 8. Juni 1969 sein zehnjähriges Bestehen feierte (siehe Bild), präsentierte er sich der Bevölkerung mit einer Stärke von rund 150 Mitgliedern. 16 aktive Musiker zeigten unter der Stabführung von Kurt Mülverstedt (Neckargemünd), was sie zu leisten imstande waren. (…) Beim Sternmarsch der Musikvereine zur Festhalle am Sonntagnachmittag stellte sich der Wiesenbacher Musikverein der Bevölkerung erstmals in einer neuen einheitlichen Kleidung vor. (…) Über Nachwuchssorgen kann sich der Musikverein kaum beklagen. Wenn man bedenkt, in welch kurzer Zeit der Verein sein festes Gefüge gefunden hat und daß seit dem zehnjährigen Jubiläum die Zahl der jugendlichen Musiker nahezu verdoppelt werden konnte, so darf man gewiß gespannt sein, welchen Leistungsanstieg der Verein weiterhin nehmen wird. Jedenfalls ist er längst ein wesentlicher Bestandteil des kulturellen Dorflebens geworden.“ 1970